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Kamishibai


Liebe Märchenfreunde,

schon weit ist das Jahr voran geschritten… wo  bleibt die Zeit, wenn sie vergeht?

Imbolc am 1. Februar und Lichtmeß am 2. Februar stehen vor der Tür, die Tage werden merklich länger. Die ersten Frühlingsboten Schneeglöckchen, Krokusse, Zaubernuß, wie sie alle heißen machen sich bereit bzw. blühen schon.


Deshalb ein Märchen, welches den Frühling voran bringt ( vielleicht)??!!


Sampo und der Bergkönig

Im hohen Norden in Lappland leben Menschen, die mit ihren Rentieren von Weide zu Weide ziehen und in Zelten wohnen.

In ihrem Land scheint die Sommersonne Tag und Nacht, im Winter jedoch herrscht wochenlang völlige Dunkelheit. Wir können uns ausmalen, wie sehr die Menschen nach langen dunklen Winterwochen die Sonne herbei sehnen. So ging es auch dem kleinen lappenjungen Sampo.

Es war Winter, Weihnachten schon lange vorbei und immer noch finster, nur der Mond schien, die Nordlichter leuchteten und die Sterne funkelten Tag und Nacht.

Eines Tages aber entdeckte Sampo am Horizont einen schmalen roten Streifen. Das sind die ersten Boten der Sonne, erklärte er den Eltern. Morgen wird die Sonne über dem Berg Rastekais aufgehen.

In dieser Nacht konnte der kleine Junge nicht einschlafen. Vor seinen Augen sah er den Berggipfel im rötlichen Schein der aufgehenden Sonne.

Da fiel ihm ein, was seine Mutter erzählt hatte: Dort auf dem Rastekais wohnt der mächtige Bergkönig.

Hüte dich vor dem Bergkönig, hatte die Mutter gewarnt, er ist riesengroß und schrecklich; ein rentier verschlingt er auf einen Biss und kleine Jungen frisst er wie Fliegen.

Wie schaurig, wie aufregend! Ach wie gern würde Sampo einmal den Bergkönig sehen, wenigstens von Weitem…bei diesem Gedanken schlüpfte der Junge leise aus seinem Rentierfell, nahm Felljacke und Hose, Pelzstiefel und Handschuhe und schlich sich aus dem Zelt.

Bitter kalt war es draußen, der Schnee knirschte unter seinen Füßen. Sampo hörte sein kleines Rentier scharren, und sogleich wusste er, was zu tun war: anschirren, den Schlitten anspannen, hinaufgesprungen, und los ging die Fahrt über Eis und Schnee, bergauf und bergab zum Rastekais.

Der Mond schien, die Sterne funkelten und Sampo sang vor sich hin:

Immer weiter ohne Ruh,

Wölfe heulen immerzu…

Ja, so war es, die Wölfe schlichen  in der Dunkelheit um den Schlitten herum, aber kein Wolf war so schnell wie das leichtfüßige Rentier. Da geschah es, das der Schlitten umkippte, und der Junge in den Schnee stürzte.

Das Rentier bemerkte nichts und lief immer weiter in die Nacht hinein. Als Sampo sich aufgerappelt hatte, bemerkte er, dass er am Fuße eines hohen Berges stand. Hier also war der Rastekais, hier wohnte der Bergkönig.

Da wollte er doch hin – und schon stapfte er durch den Schnee. Plötzlich tauchte neben ihm ein großer Schatten auf, ein großer struppiger Wolf.

Nur keine Angst zeigen, sagte Sampo sich. Da begann der Wolf auch schon zu sprechen: Wer bist du winziger Knirps? Und was tust du mitten im Schnee?

Ich bin Sampo und ich bin auf dem Weg zum Bergkönig. Und wer bist du? Ich bin der Leitwolf des Bergkönigs. Ich habe sein Volk zum großen Sonnenfest zusammen gerufen und bin auf dem Heimweg. Wenn du willst, setz dich auf meinen Rücken, dann trage ich dich.

Sampo stieg auf und fort ging es im wilden lauf. Der Wolf erzählte, dass heute kein Wesen einem anderen etwas zu leide tun dürfe.

Gilt das auch für dich und den Bergkönig? Erkundigte sich Sampo.

Gewiss, antwortete der Wolf, eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang bist du sicher – aber dann ist es um dich geschehen, Sampo Lappenkind.

So kamen die beiden auf einen hohen Berg und richtig – ganz oben thronte der Bergkönig, auf dem Haupt eine Mütze aus Schneeflocken. Augen wie der Vollmond hatte er, die Nase wie ein Berggrat, den Mund wie eine tiefe Schlucht. Lange Eiszapfen waren sein Bart +über dem Schnee Mantel, und die Hände glichen Tannenwurzeln. Sampo erschauerte, er glitt vom Rücken des Wolfes und versteckte sich hinter einem Felsblock.

Rings um den König saßen tausende von Trollen und Zwergen. Sie waren aus allen Ecken und Enden gekommen, um die Sonne zu begrüßen.

Und es waren alle Tiere versammelt, die es in Lappland gab, vom großen Eisbär bis zur kleinen Rentierfliege.

Der Bergkönig erhob sich, und die Nordlichter flammten um ihn auf. Seine Stimme klang wie dumpfes Donnergrollen: So soll es sein, so soll es bleiben, ewiger Winter, ewige Nacht!

Da kreischten die Trolle auf, die Ratten und Raubtiere stimmten ihnen zu, denn es gibt ja Geschöpfe, die das Licht scheuen, weil sie lieber in der Nacht ihr Unwesen treiben.

So soll es sein, so soll es bleiben, heulten sie. Die Sonne ist tot!

Unter den anderen Tieren breitete sich Murmeln und Murren aus: Wir sind doch hierhergekommen, um die Sonne zu verehren!

Die Sonne ist tot, brüllte der Bergkönig. Ich beherrsche die ganze Welt mit ewigem Eis und ewiger Nacht.

Da hielt es Sampo nicht mehr aus in seinem Versteck. Er erhob sich und rief mit heller Stimme: Du lügst, Bergkönig, du lügst ganz unverschämt! Gestern erst habe ich die ersten Sonnenstrahlen gesehen. Die Sonne kommt wieder!

Da verdüsterte sich das frostige Gesicht des Bergkönigs, er vergaß das Gesetz und erhob seinen gewaltigen Arm, um Sampo zu zerschmettern.

In diesem Augenblick verblassten die Nordlichter und ein kleiner roter Streifen leuchtete am Horizont auf und schien dem Bergkönig direkt in die Augen. Geblendet ließ er den Arm sinken.

Und langsam, ganz langsam erglänzte der goldene Rand der Sonne am Himmel, erleuchtete die Schneewüsten und Eisberge, die trolle und Tiere und den kleinen tapferen Sampo.

Auf dem Schnee lag ein Schimmer wie von unzähligen Rosen, und die Sonne schien in alle Gesichter und tief in alle Herzen.

Und alle…alle waren glücklich, die Sonne wieder zu sehen. Lachen und Jubel erscholl überall und des Bergkönigs Bart begann zu schmelzen.

Doch rasch war eine Stunde vorüber und Sampo sah, wie die ersten rentiere fortliefen, und er bemerkt die gierigen Blicke der Bären und Wölfe.

Neben sich sah er ein Rentier mit goldenem Geweih, und blitzschnell sprang er dem Tier auf den Rücken, fort ging es den steilen Abhang hinab.

Und nun möchtet ihr bestimmt wissen, ob Sampo dem Bergkönig und den wilden Tieren entkommen ist?!

Dessen könnt ihr sicher sein, so sicher wie der hellen Sonne, die wiederkehrt nach dem kältesten und längsten Winter, nach der längsten Nacht.

Aus Sampo ist ein tüchtiger Rentierhirte geworden. Viel, viel male noch hat er lange dunkle Nächte erlebt, doch kein Wolf, kein Bär, keine Lüge und keine Nacht können ihn schrecken.

Märchen aus Lappland














Und durch den Wald den Sturmwind sausen.


Die Blitze zucken jählings, lohend,


Die Donner grollen unheildrohend,


Da schimmert durch der Bäume Kranz


Die Kirche Alloway im Glanz,


Aus jeder Ritze drang der Schein,


Der Schall von Tanzen, Jubeln, Schrei’n.


***


Wen du beseelst, John Barleycorn,


Der fürchtet nicht des Himmels Zorn!


Mit Bier im Kopf kommt uns kein Zweifel,


Mit Whisky trotzen wir dem Teufel!



Wild schäumt’ in Tammies Kopf das Bier,


Die Teufel all verlacht’ er schier.


Erstaunt war Maggie steh’n geblieben,


Bis sie, von Fuß und Hand getrieben,


sich zaghaft nähert diesem Licht


Und Oh, was kriegt Tam zu Gesicht!


Warlocks und Hexen sirren im Kreise


In wildem Tanz auf frivole Weise.


Ein Heer von schrillen Instrumenten


Treibt ihnen das Blut in Schläfen und Lenden.


Gar saß in Tiergestalt am Fenster


Der Fürst der Geister und Gespenster,


Als großer, zottig schwarzer Kater


Und spielte auf in dem Theater,


dass durch der bag-pipes schrillen Schalle


erbebt die ganze Kirchenhalle.


Rings sah man Sarg an Sarg gereiht


Und Tote drin im Sterbekleid,


In deren kalter Knochenhand


Hat — Höllenspuk !— ein Licht gebrannt.


Bei alledem sah Tam der kühne,


Auf dem Altar wie einer Bühne


‘nes Mörders Skeleton in schwerem Eisen,


Nebst ungetauften kleinen Waisen,


‘nen Dieb, geschnitten frisch vom Strick,


Mit off’nem Mund, verglastem Blick,


Fünf Äxte auch, die Blut gekostet,


Fünf Säbel, die vom Mord verrostet,


Ein Strumpfband, das ein Kind erstickt,


Ein Messer, das ein Sohn gezückt


Gegen seines Vaters Leben,


Noch sah am Heft man Haare kleben;


Und vieles andre, grässlich, gräulich,


Es nur zu nennen, ist abscheulich !


Drei aufgeschlitzte Advokatenzungen,


Von Lügen ganz und gar durchdrungen,


Drei Priesterherzen, schwarz wie Dreck,


Lagen stinkend in jeder Eck‘.


***


Lang starrte Tam dies Schauspiel an,


Als wilder noch der Tanz begann.


Der Piper spielte hell und heller,


Die Paare flogen schnell und schneller,


Sie sprangen, jagten, drängten, stampften,


Bis sie alle schwitzten und dampften :


Da rissen sie sich vom Leib die Kleider


Und tanzten im Unterhemde weiter !


Tam, O Tam, was war’n da heiße


Mädels in dem Hexenkreise,


Die Wäsche statt aus grauem Leinen


Schneeweiß vom Hals bis zu den Beinen.


Die Hosen hier, mein einz’ges Paar,


Schön blau einst und von Sammet gar,


Die gäb’ ich flugs mit frohem Sinn


Für einen Blick der Schönen hin !


Auch spindeldürre alte Weiber,


Verdammter Hexen ekle Leiber,


Hinsausend auf dem Besenstiel:


Ward’s deinem Magen nicht zu viel ?


Doch Tam war klar in Kopf und Leib:


Was war da für ein rassig’ Weib,


Heut Nacht erst ward sie eingereiht,


Einst kannte man sie weit und breit:


Denn Küh’ und Pferde schoss sie tot


Und bohrt’ in Grund gar manches Boot,


Soff Bier und Whisky wie kaum ein Mann


Und hielt das Land in Angst und Bann.


Ihr kurzes Hemd, ich muss es sagen,


Das sie als kleines Kind getragen,


Mit dessen Länge war’s so so,


Sie aber trug es keck und froh.


Nicht träumt’ es ihrem Mütterlein,


Als sie dies Hemdchen kaufte ein,


Dass auf dem Hexenball ihr Kind


Drin tanzen würde wie der Wind !


***


Doch meine Muse sei gezügelt,


Denn über’s Maß ward sie beflügelt,


Durch Nannie’s wilden Tanz und Sprung,


(Geschmeidig war sie, heiß und jung),


Tam stand verzaubert, feucht an Händen,


Und konnt’ den Blick nicht von ihr wenden.


Auch Satan funkelte mit glühend’ Augen


Und schnaufte als wollt’ er sie in sich saugen.


Ein wilder Satz, ein zweiter dann,


Nun war’s um Tam’s Verstand getan,


Er ächzte: “Bravo kleine Miss! ”


Und im Moment ward’ Finsternis.


***


Kaum hatt‘ er sich auf‘s Pferd geschwungen,


So kam das Höllenheer gesprungen.


Wie Bienen aus dem Stocke brechen,


Den frechen Räuber zu zerstechen;


Doch gleich der Flucht des bangen Hasen


springt Maggie weg vor ihren Nasen;


Und wie vom Markt die Menge rennt,


Sobald der Ruf ertönt : es brennt !


So rast die Maggie, und hinterdrein


Die Hexenschar mit höllisch’ Schrei’n.


***


Ach Tam, zum Lohn für deine Taten


Wirst du nun in der Hölle braten !


Vergebens harret Kathy dein,


Dein Weib wird bald ‘ne Wittwe sein !


Nun, Maggie, lauf, so schnell du kannst,


Wenn du die Brücke nur gewannst,


Dann hebe stolz den Schweif empor,


Weil dort der Spuk die Macht verlor.


Doch eh’ die Brücke sie genommen,


War sie um ihren Schweif gekommen.


Denn Nannie, die voraus der Schar


Und hart auf Maggies Fersen war,


Verfolgte Tam mit wilder Wut.


Doch wilder noch war Maggies Mut :


Ein letzter Sprung — und Tam wär frei,


Doch sie verlor den Schweif dabei :


Die Hexe packt’ des Schweifes Rumpf


Und ließ der Maggie nur den Stumpf.


***


Wer immer die Geschichte liest,


Hab acht, damit du’s nicht vergisst,


Wann immer dich die Drinks verwirrn,


und Nannies sausen durch dein Hirn:


Ist solche Lust des Preises wert ?


Vergiss nie Tam o‘ Shanters Pferd !